I’m a love activist

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Als Kindergartenkind habe ich bei einem Theaterstück mitgespielt. Ich war der Marienkäfer, der am Schluss laut ins Publikum rufen musste: „Es ist die Liebe!“ Ich habe vergessen, WAS die Liebe war. Der Schlüssel zu allem? Der Grund unseres Daseins? Vermutlich beides. Ich habe allerdings nicht vergessen, dass es mir peinlich war, das Wort „Liebe“ so laut hinauszuposaunen. Vielleicht, weil ich dachte, Liebe sei etwas, über das man eigentlich kichert (ich habe zwei ältere Schwestern). Oder vielleicht, weil ich instinktiv wusste, dass „Liebe“ - hier bitte die Arme weit ausbreiten und theatralisch rufen - nichts ist, was man in die Welt hinausposaunt. 
(Kurze Nebenbemerkung: Wollen wir das mal ändern?)

Inzwischen habe ich so viele Facetten der Liebe kennengelernt. Hundeliebe, Mutterliebe, Love Is All You Need, eine große Liebe, die ich wieder verloren habe. Ich schreibe Liebesromane und poste Herzchen in Sozialen Medien. Ich umarme Bäume und habe mich in den Anblick vom Fuji beim Anflug auf Tokio verliebt.

Liebe ist weniger medienwirksam als Hass, offenbar. Liebe, das klingt so rosa, fluffig, nicht immer so ernst zu nehmen. Wenn ich erklären soll, welche Art Romane ich schreibe, ende ich unweigerlich mit einer langen Einschränkung: „Liebesromane … Aber NICHT die seichte Art!“ Und dann geht es noch weiter, wenn wir in den Bereich Selbstliebe hineinkommen: Ist das nicht nur so ein Schlagwort? Gut für ein paar schöne Zitate auf Pinterest, aber ansonsten …? Und ist Selbstliebe nicht egoistisch?

Ich kann dazu nur sagen: die Liebe ist mein größtes „WHY“. Der Grund, warum ich tue, was ich tue. Warum ich morgens aufstehe und mich an den Schreibtisch setze, warum ich Kolleginnen anfeuere, warum ich mich entschieden habe, mit der früheren großen Liebe immer noch gemeinsam die Kinder zu erziehen. Ich möchte mehr Liebe in der Welt verbreiten. Ganz handfest und ganz konkret. Mit rosa und fluffig hat das wenig zu tun (okay, die Buchcover sind schon manchmal rosa). Sondern damit, aus einem Streit herauszufinden, weil man die Zone „Ego“ verlässt und sich auf etwas Liebevolles besinnt. Damit, meinen Kindern zu zeigen, dass sie auch dann geliebt sind, wenn sie mal traurig oder bockig sind (nicht immer so einfach). Damit, anderen Kreativen Werkzeuge beizubringen, wie sie ihre Selbstliebe pflegen und stärken können, damit sie und ihre Projekte weiter wachsen. Das Umfeld profitiert immens davon, wenn ich mit mir selbst zufrieden bin und dies ausstrahle, in die Welt trage.

Es gibt so viele Möglichkeiten, andere anzustupsen und das, was wichtig ist, in Wellen weiterzuverbreiten. Manche erreichen das über Sarkasmus. Manche über Humor. Ich hingegen, ich bin ein Love Activist. Eine, die die Liebe wählt. Dem kleinen Marienkäfer von früher würde ich am liebsten sagen, dass sie schon damals genau die richtige Rolle hatte.

In diesem Sinne: alles Liebe! Deine Judith

PS: Wenn du mehr love notes möchtest, ganz ohne rosa Fluffigkeit, dann freue ich mich, dich mit meinem Newsletter auf dem Laufenden zu halten.

Judith WilmsComment