Auf der Longlist des DELIA 2016!

Auf der Longlist des DELIA 2016!

Der "Felix" befindet sich in illustrer Gesellschaft: Er hat es auf die Longlist des DELIA Liebesromanpreises 2016 geschafft. Insgesamt stehen dort 15 Titel, die aus 200 Einsendungen ausgewählt wurden. (Meine erste Amtshandlung: Ausrechnen, wie viel 15 aus 200 sind - hui!)

Ich freue mich sehr und habe unter den anderen 14 Titeln schon wieder ganz viele Liebesromane gefunden, die ich unbedingt lesen will. Von "heiter bis ernst", von lustig bis leise - schön, dass hier so viele Facetten vertreten sind.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

Hier gibt es mehr Informationen zu dem Preis: http://www.delia-online.de

 

“Felix” im Deutschlandradio

“Felix” im Deutschlandradio

Ulrich Straub vom Bunten Bücherladen hat im September unter anderem den “Felix” als Lektüretipp auf Deutschlandradio Kultur empfohlen. Er bezeichnete meinen Roman als “gehobenen, witzigen Unterhaltungsroman”, “sprachlich wunderschön”. Herzlichen Dank!

Hier kann man den Beitrag anhören.

Ich habe kurz vor der Ausstrahlung den Hinweis über meinen Verlag erhalten und wollte unbedingt die Empfehlung “live” hören. Also musste ich im Urlaub ein Café mit WLAN finden und saß dann mit Handy und Kopfhörern vor einem zweiten Frühstück an meinem Tischchen …

Interview: "Die ganze emotionale Bandbreite"

Interview: "Die ganze emotionale Bandbreite"

Olga A. Krouk hat mir Interviewfragen gestellt, die nicht nur für Schreibanfänger sehr interessant sind, sondern auch wirklich ans Eingemachte gehen. Sie hat mir ganz schön auf den Zahn gefühlt! Die ehrlichen Antworten könnt Ihr hier nachlesen.

Danke, liebe Olga, das hat Spaß gemacht!

"Das hat er nicht von mir!" GLÜCK IST ERBLICH.

"Das hat er nicht von mir!" GLÜCK IST ERBLICH.

Mein Sohn ist ein ausgesprochener Sonnenschein. Er wacht morgens bereits mit einem Lächeln auf. Das hat er nicht von mir - ich gehöre in die Kategorie „Morgenmuffel“. Ich habe zwar gelernt, das nicht an anderen auszulassen, aber trotzdem ist es mir lieber, wenn man morgens um 6 Uhr nicht allzu viel von mir möchte …

Den Rest des Tages bin ich aber glücklich und zufrieden. Und das hat mein Sohn vielleicht ja doch von mir. Denn während der Recherche zu „Felix oder Zehn Dinge, die ich an dir liebe“ bin ich auf Studien gestoßen, die belegen (wollen), dass Glück „erblich“ ist. (Ich habe mich zuerst mal bei meinem Eltern bedankt … Nein, nein, so einfach ist es natürlich nicht.)

„Glück“ heißt hier: die zufriedene Grundeinstellung, auf die man sich immer wieder einpendelt. Bei meiner Recherche hatte ich mir ein schönes Zitat aufgeschrieben, das damals ideal auf den „Felix“ zu passen schien (ich weiß noch genau, wie ich in der Stadtbibliothek in München saß und mir das abschrieb):

„[…] die stabile Komponente Wohlbefinden sei zu 80% genetisch fixiert, so dass das Streben eines Menschen, glücklicher zu werden, ebenso vergeblich sei, wie 10 cm wachsen zu wollen.“

So fasst Anton Buchner in „Psychologie des Glücks“ (Beltz 2009) die Aussagen zusammen, die Lykken & Tellegen 1996 als Fazit ihrer Studie („Happiness is a Stochastic Phenomenon") an Zwillingspaaren zogen. Für meinen Roman schien das perfekt: Felix will sich unglücklich machen, aber es gelingt ihm leider nicht so recht. Denn auch das Streben, unglücklicher zu werden, wäre in dem Fall ja vergeblich!

Letztendlich hat es dieses Zitat nicht in den Roman geschafft, aber das ist bei der Recherche ganz oft so: Das, was der Leser in den Händen hält, ist nur die Spitze des Eisbergs. Alles darunter ist notwendig, aber nicht sichtbar.

Und das Glück? Nun ja: Ungefähr ein Drittel machen die Gene aus. Das ist weniger als 80%, aber die Forschung zu einer gewissen grundlegenden Glücksdisposition und die daraus folgenden Schlüsse bleiben interessant. „The Economist“ berichtete in einem Artikel („Transporter of Delight“, 15. Oktober 2011) über aktuelle Studien, die Gene für die persönliche Zufriedenheit identifiziert haben (etwa die Studie „Genes, Economics and Happiness”). Der Rest ist von äußeren Faktoren abhängig. Auch wenn man nicht 10 cm wachsen kann, so kann man sich doch vielleicht recken und strecken …

Nicht neu, aber sehr zu empfehlen ist, ganz klar, manchmal innezuhalten und überhaupt zu merken, dass man gerade einen glücklichen Moment erlebt. Das fördert die innere Zufriedenheit enorm. Innehalten und achtsam sein. Zum Beispiel, wenn man bereits morgens um 6 Uhr von seinem Sohn angelächelt wird.

Von der Kunst zu warten

Von der Kunst zu warten

… und was das mit dem Schreiben zu tun hat

Vor wenigen Tagen benötigte ich dringend einen kurzfristigen Arzttermin. Die Sprechstundenhilfe sagte mir, dass so schnell leider nichts zu machen sei. Erst in 30 Minuten hätte sie etwas frei. Ich lachte und erklärte ihr, dass 30 Minuten durchaus als „schnell“ durchgehen.

Schnell und langsam – unser Verständnis davon hat sich sehr geändert. Keine Frage: In Zeiten, in denen ich meinen Wunsch nach einem guten Buch mit einem Klick sofort erfüllen kann, ist das Warten darauf, dass ich das nächste Mal bei meiner Lieblingsbuchhandlung vorbeigehen kann, doof – oder nicht? Oder ist es doch eher Vorfreude?

Was bringt warten denn noch, wenn ich es doch nicht mehr muss? Beim Schreiben bringt es durchaus etwas. Warten, bis aus den Themen, die man wälzt, aus den Ideen, die man sammelt, etwas entsteht. Natalie Goldberg nennt das die Blüte, die plötzlich aus dem Komposthaufen wächst. Auch wenn man während dieser Form des Wartens nicht untätig ist, sondern ständig weitersammelt und -schreibt.

Warten hilft auch, wenn die Idee dann da ist. In dieser Phase befinde ich mich gerade mit meinem aktuellen Projekt. Ist diese Idee auch wirklich gut? Trägt sie über lange Strecken hinweg? Entwickeln sich daraus interessante Figuren, schlüssige Handlungsstränge, spannende Szenen? Oder liebe ich diese Idee nur, weil sie neu ist? In diesem Zustand des Frisch-Verliebtseins darf ich alles notieren und willkommen heißen, was mit der Idee zu tun hat. Trotzdem schubse ich sie immer wieder auf die Wartebank. Mal sehen, ob ich in einem Monat immer noch so begeistert bin. Mal sehen, ob die Idee zu einer Geschichte reifen kann. Mal sehen, ob meine Notizen, nachdem der erste Rausch verflogen ist, noch Sinn machen.

Im Spiegel 2/5.1.2015 wird berichtet, wie Ian McEwan seine Romane schreibt.

„Von der ersten Seite an ist deutlich zu spüren, dass der Autor genau weiß, wohin er mit dieser Geschichte steuert. Doch beim Schreiben lässt er sich Zeit; bevor er mit einem neuen Roman beginnt, zögert McEwan lang. Dieses Zögern ist wesentlich für seine Arbeit. „Ich mache Notizen, ich probiere einzelne Absätze aus, ich überprüfe, ob das, was im April interessant war, auch im September noch taugt, und ob es mich in unterschiedlichen Stimmungen interessiert.““

In diesem Sinne ist warten doch essentiell für den Schreibprozess. Und das nächste Mal, wenn es beim Arzt nicht „schnell“ geht, sondern ich mehrere Stunden im Wartezimmer verbringe, könnte ich meine Notizbücher durchgehen und überlegen, ob meine Idee dann schon die Wartebank verlassen darf.